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Hundeschule Wolfsherz

Tierfotografie Wolfsherz

Petra Heilmann
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"Meine Geschichte" oder "Wie ich von meinen Hunden lernen durfte"

 

 

 

Eigentlich hatte ich niemals den Wunsch nach einem Hund, allerdings haben mich Wölfe schon immer fasziniert.

Im Jahr 1995 waren mein Lebensgefährte und ich bei Bekannten zu Besuch. Über der Couch hing ein Foto von einem weißen Wolf. Dieses Bild hat mir sehr gut gefallen und plötzlich sagte der Bekannte: "Möchtest du einen Hund haben, der ungefähr so aussieht? Mein Bruder vermittelt gerade einen."

Nachdem wir ein paar Tage nachgedacht hatten, fuhren los um uns diesen Hund "einfach nur mal anzusehen". ;-)

Nach Hause kamen wir dann mit einem ca. 2 Jahre altem Husky (sein Name war Benno) und ohne einen blassen Schimmer was wir getan hatten.

Ich hatte überhaupt kein Wissen über Hunde und hatte ihn lediglich mitgenommen, weil ich ihn ausgesprochen hübsch fand und er mein Herz berührte. Dass das nicht ausreichen sollte, um eine harmonische Beziehung mit einem Hund zu führen, lernte ich sehr schnell.

Da mein Lebensgefährte und ich berufstätig waren und meine Tochter zur Schule ging, musste unser Benno natürlich einige Stunden am Tag alleine bleiben. Ich dachte auch, dass das kein Problem sein würde.

Ich hatte falsch gedacht und der Ruin meiner Wohnung war nicht aufzuhalten. Hier aufzuzählen was unser Benno alles kaputt gemacht hat, würde definitiv den Rahmen sprengen. Aber ich weiß heute wie viel Füllung in kleinen Couchkissen steckt. Interessant sind auch die Preise der Gurtrollen im Auto. ;-)

Natürlich holte ich mir Rat und unterhielt mich auch mit sehr vielen Hundebesitzern. So langsam kam ich zu dem Schluß, dass diese Menschen scheinbar sehr viel von Hunden verstehen. Ok, dass der erste Eindruck täuscht habe ich auch schon mal gehört. :-)

Immer öfter hörte ich den Rat, dass ich mir noch einen zweiten Hund anschaffen solle, damit unser Benno nicht so alleine wäre.

Dieser Rat erschien mir sinnvoll und wir überlegten, welchen Hund wir wohl noch dazu holen wollten. Wir waren uns einig, dass es ein kleiner Hund sein sollte. Also fuhren wir in ein Tierzubehörgeschäft, welches auch Hunde verkaufte und kauften uns einen kleinen West-Highland-Terrier. Es ist für mich heute so unglaublich, dass ich in einem Tierzubehörgeschäft ein Tier gekauft habe. Aber es ist wahr und leider nicht mehr zu ändern.

 

Unser Einstein war 9 Wochen alt, als er bei uns einzog. Leider wurde Einstein nur 11 Wochen alt. Er wurde auf einem Spaziergang von einem anderen Hund tot gebissen.

 

Ich war total geschockt und konnte nicht verstehen was da passiert war. Ich dachte immer, dass es doch Welpenschutz gibt.

An dieser Stelle sei schon einmal gesagt: NEIN, es gib keinen Welpenschutz.

Plötzlich war unsere Wohnung so still und ich war sehr traurig über das Geschehene. Mein damaliger Lebensgefährte wollte mir eine Freude machen. Er fuhr noch einmal zu dem Tiergeschäft und kam wieder mit einem kleinen West-Highland-Terrier nach Hause. Wir nannten ihn "Herr Schröder".

Herr Schröder war ein typischer Westi: frech und stur. Er lernte sehr schnell von Benno womit man die Menschen in den Wahnsinn treibt. Somit hatte ich nun zwei Hunde, die meine Wohnung zerstörten, an der Leine zogen, alles jagten was in irgendeiner Form vor ihnen flüchtete und auch ansonsten ein wunderbares Team abgaben. Allerdings war diese Teamarbeit sehr oft zu meinem Nachteil.

 

Es war klar, dass etwas geschehen musste. Ich benötigte dringend professionelle Hilfe. Außerdem wollte ich unbedingt wissen, wie es passieren konnte, dass ein Hund auf einem Spaziergang einen Welpen angreifen und töten kann. Ich wollte es verstehen.

 

An dieser Stelle sei mir eine kurze Frage gestattet: Kennen Sie die Bücher von Michael Frey Dodillet? Falls nein, kann ich sie nur empfehlen. :-)

Das erste Buch von ihm heißt: Herrchenjahre....vom Glück einen unerzogenen Hund zu haben.

Eine leichte Lektüre über das Zusammenleben mit einer Krawallmaus® und mit verschiedensten Hundetrainern und deren Meinungen und Methoden. Sehr witzig und lehrreich. :-)

 

Auch ich traf auf die verschiedensten "Hundeexperten". Ich lernte die Begriffe Dominanz, Unterordnung, Leinenführigkeit, Beutetrieb, Spieltrieb und, und, und kennen. Außerdem lernte ich die verschiedensten Methoden einen Hund zu erziehen kennen.

 

Es gab alleine für die Leinenführigkeit die unterschiedlichsten Hilfsmittel:  Leg-Leader, Erziehungshalsbänder,  Kettenhalsbänder, Stachelhalsbänder, kurze Leinen, lange Lederleinen, dann auch noch Geschirre.

Die Methoden waren mindestens ebenso vielfältig: der Leinenruck war hier noch das harmloseste. Am meisten verbreitet war das "Auf-den-Rücken-Werfen" oder der sog. Alpha-Wurf.

 

Leider muss ich an dieser Stelle zugeben, dass ich diesen "Alpha-Wurf" ein einziges Mal an meinem Benno genutzt habe. Niemals werde ich diesen erschrockenen Blick meines Hundes vergessen. Und in diesem Moment wurde mir klar, dass Gewalt keine Lösung sein kann.

Mir wurde bewußt, dass Erziehung nur über Vertrauen und Verständnis funktionieren kann. Ich musste eine Beziehung zu meinen Hunden aufbauen.

Nur leider hatte ich keine Ahnung wie das funktioniert. Denn ich hatte ein großes Problem: Ich kannte die Welt in seinem Kopf nicht.

Und ehrlich gesagt hatte ich mir bis zu diesem Zeitpunkt auch noch nie Gedanken darüber gemacht, dass die Welt der Hunde

ganz eigene Regeln und Gesetze hat. Ebenfalls hatte ich mir auch niemals Gedanken darüber gemacht, dass auch Hunde Gefühle haben, Hormonschwankungen unterliegen und einfach auch "gute" oder "schlechte" Tage haben.

 

Auch über angeborenes und über angelerntes Verhalten habe ich bis zu diesem Tag nicht ein einziges Mal nachgedacht.

 

Es gab verdammt viel zu lernen!!

 

 

Ich entschied zunächst einmal mit Herrn Schröder in eine Welpenschule zu gehen. Er sollte die Möglichkeit bekommen mit gleichalten Hunden zu toben und zu spielen. Außerdem wollte ich auch etwas über hundisches Verhalten lernen.

 

Gesagt, getan. Im Internet fand ich eine geeignete

Hundeschule. Aber auch hier sollte ich sehr schnell lernen, dass es auch in diesem Bereich sehr große Unterschiede gibt.

 

Gut gelaunt kamen wir beim Welpentreff an. Einige der anderen Welpen waren schon auf der Wiese und tollten herum. Schnell holte ich Herrn Schröder aus dem Auto, nahm ihn an die Leine und betrat mit ihm den Platz.

Die anderen Welpen, fünf Stück an der Zahl, hatten uns schon bemerkt und da sie ohne Leine  über die Wiese rannten, kamen sie direkt auf uns zugeschossen. Sie rannten auf Herrn Schröder zu und wollten von allen Seiten an ihm schnuppern.

Herr Schröder war total erschrocken und fing sofort an zu knurren und aggressiv um sich zu beißen. Nun war es an mir total erschrocken zu sein.

 

Sofort kam die Trainerin angelaufen und brabbelte etwas von: "Unmöglich. Angstaggressiv. Typisch Terrier." Mich herrschte sie an, ich solle gefälligst den Hund sofort von der Leine lassen. Es war ein fürchterliches Durcheinander und mein Gefühl sagte mir, dass Herr Schröder und ich keinen einzigen Schritt weiter kommen, wenn ich jetzt auch noch die Leine abmache. Ich hörte auf mein Gefühl und ging einfach in die Hocke, nahm meinen Hund zu mir zwischen die Beine und schirmte ihn  mit en Händen vor den anderen Hunden ab. Herr Schröder beruhigte sich auch sehr schnell und suchte Schutz bei mir. Die anderen Welpen verloren nach einen kleinen Weile das Interesse und trollten sich. Nachdem sich die Situation so entspannt hatte, löste ich die Leine und ließ Herrn Schröder laufen. Er näherte sich den anderen Welpen, die ihn schnell in ihren Kreis aufnahmen und er flitze ohne zu knurren mit ihnen über die Wiese.

 

Ich begrüßte die Trainerin und wollte mich gerade dafür entschuldigen, dass ich so unüberlegt einfach auf die Wiese gekommen war, da wurde ich auch schon angeherrscht: "Sind Sie eigentlich verrückt, einfach so auf die Wiese zu kommen? Ich kann nicht verstehen, dass man sich einen Terrier holt, wenn man keine Ahnung von Hunden hat. Einen Terrier!!! Wissen Sie eigentlich, was Sie sich da angetan haben? Wissen Sie eigentlich, dass ihr Hund gerade gelernt hat, dass andere Hunde ziemlich blöd sind und er Ihnen nicht vertrauen kann?"

 

Ich war anderer Meinung und sagte das auch: "Dadurch, dass ich mich darum gekümmert habe das die anderen Welpen meinen Hund nicht mehr bedrängen konnten und ich ihm Schutz gewährt habe, hatte sich die Situation doch entspannt. Und mein Hund tobt doch gerade ziemlich freudig mit den anderen Hunden herum."

 

Die Antwort war: "Das ist das nächste Problem. Wieso kommen Sie eigentlich zur Hundeschule und suchen sich professionelle Hilfe, wenn Sie doch das machen was Ihnen in den Kopf kommt. Ich hatte Ihnen gesagt, Sie sollen den Hund von der Leine lassen. Aber natürlich muss man ja nicht auf mich hören, denn ich habe ja keine Ahnung."

 

Ich dachte: "Stimmt. Du hast keine Ahnung. Vielleicht von Hunden, aber definitiv nicht, wie man mit Menschen umgeht."Da ich Herrn Schröder, der offensichtlichen Spaß hatte, ihm diesen nicht verderben wollte, schluckte ich eine weitere Bemerkung herunter und wartete erst einmal ab, was als nächstes geschehen sollte.

 

Nach einer Weile des Herumtobens kam dann die Anweisung der Trainerin: "Und nun leint mal alle eure Hunde an." Sofort ging das Durcheinander los. Alle riefen wie wild den Namen ihres Hundes. Natürlich reagierte kein einziger Hund auf seinen Namen. Wie auch? Die meisten brachten ihren Namen noch gar nicht mit sich in Verbindung.

 

Ein kurzer Blick zur Trainerin bestätigte meine Befürchtung, dass hier keine Hilfe zu erwarten war. Sie amüsierte sich augenscheinlich köstlich über unsere Misserfolge.

 

Auf meine Frage an sie, was ich denn jetzt machen könne damit mein Hund zu mir kommt bekam ich folgende Antwort: " Sie wissen doch schon alles. Dann können Sie doch jetzt Ihr Wissen anwenden."

 

Blöde Kuh!! Das Zwischenmenschliche stimmte hier schon einmal so gar nicht.

 

Aber darum war ich auch nicht hier. Ich biss meine Zähne zusammen, schluckte eine böse Bemerkung hinunter und strengte meine Gehirnzellen an. Ohne Erfolg.

Ich hatte nicht den blassesten Schimmer wie ich meinen Hund aus der tobenden Meute herausrufen könnte.

 

Der "Trainerin" ging es anders. Sie packte sich einen Welpen, der gerade zufällig an ihr vorbeilief und nahm ihn auf den Arm. Dann brachte Sie ihn zur Besitzerin und drückte ihn ihr kommentalos in den Arm. Na toll, das hätte ich auch geschafft. Aber irgendwie wollte mir nicht in den Kopf was der Hund denn jetzt dabei gelernt hat. 

 

Irgendwie fingen wir dann alle unsere Welpen ein und konnten sie an die Leine nehmen. Einen Lernerfolg gab es hierbei aber weder bei Mensch noch bei Hund.

 

Aber nun kamen wir zu unserer ersten Übung. Wir sollten unserem Hund das Kommando (Kommando - was für ein doofes Wort) "Platz" beibringen. Zunächst einmal wurde überprüft, ob die Hunde das Kommando "sitz" schon kennen. Das war bei allen der Fall.

 

Wir fingen mit meinem Herrn Schröder an. Er sollte das Kommando "sitz" ausführen. Das machte er mit Hilfe eines Leckerchens auch prompt. Nun sollte ich ihn ablegen. Also nahm ich das Leckerchen und hielt es ihm vor die Nase. Herr Schröder sprang freudig auf und wollte sich das Leckerchen nehmen. Ne, ne so haben wir nicht gewettet.

 

Also musste er sich erst einmal wieder hinsetzen. Ich unternahm einen weiteren Versuch. Herr Schröder blieb sitzen und ich zog die Hand mit dem Leckerchen nach unten Richtung Boden. Wieder sprang Herr Schröder freudig auf und wollte sich das Leckerchen schnappen. Also alles wieder auf Anfang. Nach mehreren erfolglosen Versuchen meinem Hund klar zu machen, dass er sich erst hinlegen muss, bevor er das Leckerchen bekommt, verlor die "Trainerin" die Geduld.

 

Sie schnappte sich Herrn Schröders Leine, brachte ihn in eine sitzende Position und fing an die Leine Richtung Boden zu ziehen. Herr Schröder sprang sofort auf was zur Folge hatte, dass die "Trainerin" jetzt versuchte ihm den Rücken nach unten zu drücken.

 

Vorne wurde er an der Leine heruntergezogen und hinten wurde er heruntergedrückt. Nun weiß man aber, dass Druck Gegendruck erzeugt und Herr Schröder fing an sich wie wild zu wehren. Er wurde aber mit starker Hand festgehalten. Als er merkte, dass er sich aus diesem Griff nicht befreien kann, fing er an laut zu schreien.

Während sich mir die Nackenhaare aufstellten, blieb die "Trainerin" gänzlich unbeeindruckt und lockerte den Griff nicht. Herr Schröder schrie immer lauter.

Nun reichte es mir und ich bat die "Trainerin" darum meinen Hund loszulassen. Sie schaute mich an und sagte :"Das werde ich bestimmt nicht tun. Ihr Hund soll doch was lernen, oder?"

Meine Antwort: " Er hat heute doch schon gelernt, dass es blöde Hundetrainer gibt und ich möchte ihm gerne ersparen, dass er auch noch lernen darf wie ernsthaft böse sein Frauchen werden kann. Also lassen Sie jetzt umgehend meinen Hund los."

 

Sprachlos schaute sie mich an, ließ Herrn Schröder aber umgehend los. Ich nahm meinen Hund auf den Arm. Das war sicherlich nicht das richtige hundische Verhalten, aber sicherlich das Menschlichste. Kommentarlos drehte ich mich um, verabschiedete mich in die Runde und verließ den Platz.

 

Diese Hundeschule hatte mich das erste und das letzte Mal gesehen.

 

 

....... hier geht es in Kürze weiter

 

 

 

 

 

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